Chats sind schlecht für vertrauliche Gespräche!
Es ist schlecht, vertrauliche Gespräche via Chat (ICQ, IRC) zu führen. Dabei geht es mir nicht etwa im Hauptpunkt darum, dass die Kommunikation meist sehr einfach (vor allem durch Leute, die im gleichen Haus sitzen) abgehört werden kann, sondern darum, dass man sich nicht sicher sein kann, dass der Gesprächspartner vielleicht
a) nicht der ist, der man glaubt.
b) aus mehr Personen besteht, als man glaubt oder zumindest mehr beim PC des Anderen mitlesen können.
c) nicht in dem geistigen Zustand ist, in dem er vorgibt zu sein (betrunken, bekifft).
d) dabei ist, sich einen abzulachen, während er vorgibt, einem ernst gemeinte Dinge zu schreiben (verarschen).
e) seinen Chatlog auf einem Computer herumliegen lässt, zu dem andere freien Zugang haben und die betreffenden vertraulichen Textstellen nicht daraus löscht.
Andererseits gehen gerade im Chat viele Leute, die sonst wenig über sich erzählen, aus sich heraus und erzählen über alle möglichen Details aus ihrem Privatleben. Wahrscheinlich weil sie keine körperlich abweisenden Reaktionen des Anderen fürchten müssen und der andere gedanklich “so weit weg” ist. Natürlich ist es nicht gut, gerade jemandem von seinen psychischen Problemen zu erzählen, von dem man sich nicht mal sicher sein kann ob er überhaupt die Person ist, die er vorgibt zu sein. Trotzdem scheinen gerade solche rein textbasierten Medien prädestiniert für pseudopsychologische Gespräche aller Art zu sein.
Mein absolut genialer Tipp der Woche: Wenn es etwas wichtiges zu besprechen gibt, einfach mal anrufen oder — falls man sich traut — treffen!
Btw: PGP-Signed Chats sind natürlich toll, treffen aber auf die gleichen Probleme. So wird kaum jemand vor jedem Gespräch sein Passwort eingeben und vielleicht auch mal seinen Computer angemeldet herumstehen lassen. Dann bringt auch die Authentifizierung der Echtheit des Gesprächspartners nichts.
Viel Spaß beim in den Mai gammeln!


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