Zehn Dinge, …
… die wir an der FDP mögen. Danke, T.!
… die wir an der FDP mögen. Danke, T.!
Schon cool, wenn man nichtmal ein Formular richtig ausfüllen kann.. (via fefe)
Dass das Deutsche epetitionen-System ziemlich schlecht ist, hatte ich hier schonmal beschrieben. Interessant sind aber auch die Meldungen, die dieses System so hervorbringt. Ich wollte heute hier mitzeichnen doch scheiterte kläglich an der Anmeldung. Ich habe mein Passwort, meinen Benutzernamen und sogar meine E-Mailadresse vergessen. Was tut man? Genau, zuerst probiert man, ob man über die “Passwort-Vergessen-Funktion” vielleicht doch noch auf die richtige E-Mailadresse oder den richtigen Benutzernamen kommt. Lustigerweise gibt diese Funktion dieses Systems bei jeglichem eingegebenen Namen einfach nur folgendes Zurück: “Dieses Benutzerkonto wurde noch nicht akzeptiert. Wenn Sie Ihre E-Mail Adresse ändern möchten, klicken Sie hier.” Man kann wirklich alles eingeben, einschließlich “asdfasdfsafdsafd”. Auch bei eingegebenen Mailadressen verhält es sich so.
Was tut man also, wenn man über diese Funktion keinen Erfolg hat? Wenn einem die Daten des Accounts nicht wichtig waren – und das ist hier so – dann registriert man sich einfach neu. Das versuchte ich dann auch. Mit allen korrekten Daten, wie irgendwann letztes Jahr halt auch. Das Ergebnis war folgendes:

Sie dürfen nicht mehrere Benutzerkonten nacheinander vom selben Computer registrieren. Starten Sie Ihren Browser erneut, um ein weiteres Benutzerkonto zu registerieren.
Der erste Satz stellt die Regel auf, dass vom selben Computer nicht nacheinander (was immer das heißen mag) mehrere Benutzerkonten erstellt werden dürfen. Was ich hier auch gar nicht tat oder versuchte. Ich versuchte ein Konto zu erstellen. Ich bezweifle, dass diese Meldung mit meiner Registrierung letztes Jahr zu tun hat, da ich seitdem eine andere IP-Adresse und sogar eine komplett andere Betriebssysteminstallation mit nicht übernommenen Cookies habe.
Der zweite Satz bezieht sich dann gar nicht mehr auf den Computer, sondern auf den Browser. Außerdem erklärt er, wie man die im ersten Satz aufgestellte Regel (“dürfen nicht“) umgehen kann. Interessant, diese Meldung, die sich selbst Hintergeht
Da ich keine Lust hatte, die zwanzig Firefox-Tabs neu zu laden, öffnete ich einfach Epiphany und probierte es damit noch einmal. Und siehe da – es klappte. Mitzeichner#7332.
Ok, ich muss ein paar meiner Aussagen teilweise revidieren: Ich habe mir gerade durchgelesen, was dieses Aktionsbündnis (in einem offenen Brief) fordert.
Klar ist zunächst:
Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden. Spiele, ob über Internet oder auf dem PC, die zum Ziel haben, möglichst viele Menschen umzubringen, gehören verboten. Gleiches gilt für alle gewaltverherrlichenden Spiele, deren Aufbau und Darstellung sehr realistisch sind und bei denen viel Blut fließt.
Erinnert mich ein wenig an:
Spiele, in denen es nur um Gewalt geht. Spiele in denen man Rentner gnadenlos zu schande schlägt. [...] Spiele, in denen das Blut nur so durch die Gegend spritzt. Um ihnen zu demonstrieren, wie brutal die aktuellen sehr realistischen Spiele sind, haben wir für Sie ein Video vorbereitet.
(Wer es nicht kennt: hier, bei dem Flash dann auf “Überspringen” klicken um die bösen fluchenden Menschen nicht anhören zu müssen und dann noch den USK-Mann abwarten, danach kommts.. aber es lohnt sich, für die dies noch nicht kennen!)
Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. [...]
Eine „Gewaltquote“, der Anteil von Sendungen mit Gewalt in Relation zur Gesamtsendezeit pro Sender, sollte eingeführt werden.
Aha. Zählt dann eine Sendung, in der einmal jemand ne Faust ins Gesicht bekommt, als Gewalt, oder nur der Schlag (0,001s) oder wie stellen die sich das vor? In meinen Augen kann die Brutalität einer Sendung nicht objektiv bewertet werden. Und wenn da dann wieder ein Gremium für her muss, was das ganze subjektiv tun soll.. dafür haben wir die FSK, die bewerten schon subjektiv genug und der Sinn wäre der gleiche.
Die Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche
fernsehen, sollten generell gewaltfrei sein.
Aha. Wer sagt denn, wann Jugendliche mal nicht fernsehen? Gehen wir davon aus, dass der durchschnittliche Jugendliche um 22:15 Uhr ins Bett geht und vorher fernsieht. Um 20:15 dürften dann also nur noch höchstens FSK 6 Filme laufen? (btw: Die Zeichentrickfilme, in denen Dagobert Duck den bösen Panzerknackern auf die Schnauze haut, sind FSK 6. Vielleicht schon zu viel der Gewalt? Dann also eher FSK 0.) Das würde bedeuten: Kein James Bond mehr zu einer halbwegs annehmbaren Zeit. Kein Star Wars und schon gar keine Neuinterpretation von “Romeo und Julia” verfilmt! Ehrlich.. wollen die Mitglieder dieses Aktionsbündnisses das wirklich?
Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet. In der virtuellen Welt werden heute anonym und gefahrlos Gedankengänge artikuliert und diskutiert, die eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Wie diese Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht. [...]
Geht doch ganz einfach: Chatrooms und Foren verbieten! Ach, diese Forderung ist überzogen? Dann überlegt euch das mit den Forderungen zu Computerspielen und Fernsehen lieber nochmal.
Und letztendlich:
Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird. Die derzeitige gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. [...] Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, ob der Schießsport nicht gänzlich auf großkalibrige Waffen verzichten kann. [...]
Man beachte das Wort “großkalibrig”. Hier wollte man den Schützen offenbar dann doch nicht zu nahe treten. Glauben die wirklich, Amokläufe würden seltener oder weniger blutig ablaufen, nur weil der Schütze eine kleinkalibrige Waffe in der Hand hält? Meinen die im Ernst, dass man mit Kleinkalibern keine Menschen töten kann? Was ist das denn für eine unglaublich dumme Forderung. Schätze, jemand von den Verfassern ist selbst Mitglied im Schützenverein, anders kann ich mir das nicht erklären.
Eine Quellenangabe bin ich euch auch noch Schuldig: hier. Gute Nacht!
Ein “Aktionsbündnis zum Amoklauf in Winnenden” hat eine Aktion geplant, bei der man “Spiele, die das Töten von Menschen simulieren” in einen Container werfen kann. Aber Schützenvereine sind O.K.? Ich wäre eher für einen Container, in den man Waffen werfen kann, als einen, in den man Unterhaltungssoftware schmeißt.
Wenn wir ehrlich sind, liegt es doch an unserer Gesellschaft, dass es Amokläufer gibt. Und an gewissen psychischen Abnormalitäten im Geiste dieser Menschen, bedingt durch ihre Vergangenheit. Und die Vergangenheit wird stark beeinflusst von…? Richtig, den Familien! Anstatt jetzt also die Schuld auf die bösen Killerspiele zu schieben, sollten diese Mütter und Väter, die diese Aktion leiten, also mal bei sich selbst nachgucken, ob sie alles richtig gemacht haben. Achja.. und selbst dann noch Actionfilme gucken wollen? Geht gar nicht!
Nun, ihr kennt meine Einstellung zu dem Thema. Wenn ihr selbst bei dieser wirklich großartigen Aktion dabei sein wollt, dann sucht einfach die billigsten Schachbretter die ihr finden könnt in eurem Haushalt und werft sie dort hinein. Schließlich wird bei Schach das Töten, nicht nur von Pferden (Springern), sondern auch von Bauern, Läufern und Königen simuliert, selbst vor Damen wird kein halt gemacht! Satire ist genau das, was diese absolut sinnlose Aktion dieses absolut schlechten Aktionsbündnisses gegen Killerspiele (denn gegen etwas anderes sind sie nicht) benötigt. Falls ihr in der Nähe von Stuttgart wohnt, macht bitte (in unserem Sinne) mit!
17. Oktober, 10 bis 19 Uhr an der Staatsoper in Stuttgart. Schach-, Dame- und Mühlebretter ahoi!
Unser Außenminister in spe twittert jetzt selbst – auf englisch! Falls jemand einen Twitter-Account besitzt: Followen!
Ich hoffe mal, dass der nicht allzu bald wieder aufhört mit Tweets. Zu so einer satirischen Aktion gehört auch ein gewisses Durchhaltevermögen.
Falls ich jemandem mal wieder zeigen muss, dass es in der CSU (als ehemaliges Mitglied des Bundestags) bereits einen verurteilten Pädokriminellen gibt:
Es wird also *endlich* mal wieder eine schwarz-gelbe Regierung geben. Was bedeutet das für uns?
Ich prognostiziere hier folgendes:
Der Koalitionsvertrag wird so aussehen, dass die CDU de facto die volle Macht hat. Das bedeutet, dass es in diesem 17. Deutschen Bundestag zu einem weiteren Abbau der Bürgerrechte kommt, noch mehr Angst vor dem Terrorismus geschürt wird und mehr verdachtsunabhängige Kontrolle eingeführt wird. Über die Möglichkeit, Volksabstimmungen zu erlauben, wird nicht einmal ansatzweise gesprochen werden. Bildung wird in Zukunft noch mehr Geld kosten, leider kann man diese aber nicht jetzt schon auf Vorrat kaufen. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird größer. Parteien mit radikalen Forderungen werden deutlichen Zulauf erhalten (NPD, LINKE). Die SPD wird einige Wähler zurückerhalten, nachdem sie auf einmal wieder überall klare sozialdemokratische Positionen halten kann. Es wird dieses Mal keine Grundgesetzänderungen geben, dafür ist die Opposition zu groß. Das Endlagerproblem der Atomindustrie kann weiterhin nicht gelöst werden, dafür wird aber auch kein Atomkraftwerk abgeschaltet. Vielleicht werden auch neue gebaut. Davon aber dann kein einziges in Bayern. Zusätzlich haben wir weiterhin den hässlichsten Kanzler seit Ludwig Erhard.
Was bedeuten die zwei Prozent für die Piraten?
Sie sind ein guter Anfang. 850.000 Wähler in Deutschland ausgenommen Sachsen sind ein gutes Ergebnis, auch wenn viele Anhänger der Partei natürlich auf 5% gehofft hatten. Aber bei aller Euphorie muss man sich im klaren darüber sein, dass ein Einzug in den Bundestag die Partei zerstört hätte. Sie ist schlichtweg noch nicht bereit dazu. Die Piratenpartei hat keine innere Struktur. Der Wahlkampf lief unkoordiniert und chaotisch; er hat nur funktioniert, weil keine zu großen Ziele angepeilt wurden. Es gab ca. fünf verschiedene Kommunikationsplattformen, Gespräche und Diskussionen liefen aneinander vorbei. Es war nicht möglich, den Landesvorstand zu irgendetwas zu bewegen. Wenn jemand wirklich Lust gehabt hat, innerparteilich bei etwas anderem als dem Wahlkampf mitzuhelfen (Arbeitsgruppen), so wurde es diesem fast immer unmöglich gemacht, da es nicht genug Informationen gab, die zur Mitarbeit notwendig gewesen wären — ich habe es selbst erlebt und oft genug gehört. Es gibt überschneidende Thematiken verschiedener Arbeitsgruppen und keine klaren Zuständigkeiten. Die Arbeitsgruppen können teilweise nicht richtig arbeiten, da ihnen die Befugnisse fehlen oder alle ihre Entscheidungen vom Vorstand abgesegnet werden müssen, dieser aber damit nicht hinterherkommt oder gar nicht erst antwortet. Teilweise war es Arbeitsgruppen nicht klar, ob ihre Entscheidung der Akzeptanz durch den Vorstand bedurfte und führten ihre Änderungen einfach durch, nur damit diese dann später vom Vorstand wieder zurückgerufen wurden.
So macht das keinen spaß. Aber es ist nichts, was man nicht ändern könnte! Die Mammutaufgabe in den nächsten Wochen wird es sein, eine Struktur in die Partei hineinzubekommen. Sowohl hierarchisch als auch kommunikativ. Entweder wird diese Aufgabe bewältigt, sodass die Partei wirklich bereit ist, auch mal über 1.000 Menschen zum Zusammenarbeiten zu bewegen oder aber sie wird untergehen. Ich werde versuchen mich in diesem Prozess der Strukturfindung einzusetzen. Wenn es trotz aller Bemühungen nicht klappen sollte, werde ich die Parteizusammensetzung als gescheitert ansehen und mich zurückziehen. Ich bin aber davon überzeugt, dass es schaffbar ist, eine Struktur, mit der die Mehrheit zufrieden ist, zu finden und zu etablieren und dabei den Grundgedanken, dass jeder zur politischen Meinungsbildung der Partei beitragen kann, erhalten bleibt.
Ein letztes Problem, welches momentan in Hannover eine hohe aktualität besitzt, verlangt innerhalb der nächsten Monate in der Partei eine Lösung: Entweder muss sie sich von allen Rechts-Links-Themen fernhalten, oder sie wird nach links abdriften. In diese Richtung ist sie ohnehin schon ausgerichtet. Es ist die Frage, ob sich die Partei nicht letzten Endes doch als links ansehen muss, und nicht als “über der Links-Rechts-Ordnung” stehende Partei. Sobald die Partei dort eine Antwort gefunden hat, werden einige Leute die Partei verlassen, dafür aber andere hinzustoßen. Es sind beide Lösungen denkbar: Sollte sich die Partei für “links” entscheiden, so wird sie einige reine Bürgerrechtler verlieren, die nichts mit linken Parteien am Hut haben will, dafür kommen Wähler aus den Lagern der SPD, der Linken und den Grünen dazu. Sollte sich die Partei künftig von allen “Rechts-Links-Themen” fernhalten und aktuelle Punkte in die “linke” Richtung wieder aus den Parteizielen streichen, so werden einige Wähler die Piraten in Richtung LINKE oder Grünen verlassen. Dafür kommen echte Bürgerrechtler aus CDU und FDP dazu. Es wird lediglich eine Entscheidung benötigt.
Es gibt einiges innerparteilich zu ändern. Die Themen werden den Piraten dank der neuen Regierung jedenfalls nicht ausgehen. Sobald eine Struktur gefunden ist, wird die Partei weiter wachsen. Mit jedem Gesetz, was Bürgerrechte weiter einschränkt, werden die Piraten ein Stück näher an die 5% kommen. Zudem wird der nächste Wahlkampf so koordiniert sein, dass am Ende eine Bekanntheitsabdeckung (schonmal was von der Partei gehört) bei über 85% und die Bekanntheit der groben Ziele der Piratenpartei bei über 40% liegen wird. Alles das haben wir nur CDU und FDP zu verdanken, die in den nächsten Jahren wohl deutlich an Stimmen verlieren werden.
Ich schließe jetzt mal mit einem “Klarmachen zum ändern!” und bin momentan davon überzeugt, dass alle notwendigen innerparteilichen Änderungen stattfinden werden!
So.. bis jetzt (13:30) haben in dem Wahllokal, in dem ich im Beisitz bin, bereits 50% der Stimmberechtigten ihre Stimme abgegeben. Nichts mit Rekordtief hier!
Edit nach auszählung in meinem Wahllokal (18:35 fertig):
BTW: Wahlergebnisse Hannover-Land II (mein Wahlkreis)
BTW: Wahlergebnisse Niedersachsen
BTW: Gesamt