So.. ich war vorgestern auf dieser recht “interessanten” Abiparty (Vorsicht: Die verlinkte Seite spielt ungefragt nicht abstellbare Musik) in Springe. Ziel dieser Abiparty war es, die “größte Abiparty Niedersachsens” zu werden und um dies zu erreichen, haben sie sogar zum ziemlich unbeliebten Bleibzwang gegriffen.
Ich habe keine Ahnung ob “Bleibzwang” der richtige Begriff dafür ist, aber ich habe es zumindest so genannt (Wenn jemand den richtigen Ausdruck dafür kennt, ab in die Kommentare damit!). Der Zwang besteht darin, dass man, sobald man einmal das Gelände verlässt, ohne erneut zu zahlen nicht wieder rein darf. Des Weiteren besteht der Zwang darin, dass man vorher nicht darüber informiert wird, also diese Gegebenheit nicht beim Bezahlen des Eintritts freiwillig akzeptiert.
Am Eingang bekam man, nachdem man gezahlt hatte, Bänder. Diese waren aber nicht dazu da, zu zeigen, dass man schon gezahlt hatte sondern ausschließlich um zu Zeigen wer über oder unter 18 Jahren alt war. Unsinnig war ebenfalls die Regelung, dass einem das Band abgeschnitten wurde, wenn man das Gelände verlassen wollte. Da man ohnehin erneut hätte zahlen müssen wenn man von außen wieder hinein wollte, war dieser Schritt absolut unnötig. Nicht einmal der Mensch, der die Bänder abgeschnitten hat, konnte sagen, warum das so war.
Die Veranstalter haben versucht auf gut Freund mit der Polizei zu machen und sogar mit dieser eine Art Gewinnspiel veranstaltet. Man konnte Teilnehmen, wenn man zwischen 18 und 25 Jahren alt war und zwischen 1 und 2 Uhr nüchtern war. Ich war das, da ich noch fahren musste, nahm aber nicht teil.
Als ich zwei Freundinnen gegen 01:15 nach Hause fahren wollte und danach eben wieder aufs Gelände wollte, wusste ich noch nichts vom Bleibzwang (KEINE Hinweisschilder oder sonstige Hinweise am Eingang!). Beim rausgehen sprach mich dann auch prompt ein “Türsteher” bzw. “Security”-Typ an und erklärte mir, dass ich ohne nochmal zu bezahlen nicht wieder rein käme. Ich fragte ihn, ob es möglich wäre, dass ich nur eben für 10 Minuten Freunde nach Hause bringe und dann wiederkäme. Mit solchen Leuten kann man aber nicht reden. Sie haben ihre “Befehle” =). Also mussten die Zwei wohl oder übel laufen, nochmal 5€ sah ich irgendwie nicht ein. Übrigens: In Springe werden ab 1 Uhr die Laternen abgeschaltet und der Weg war nicht gerade kurz.
Auf der einen Seite hat der Veranstalter sich also mit der Polizei angefreundet und gegen Alkoholgenuss geworben, auf der anderen Seite gefährdet er das sichere Heimkommen von Minderjährigen (Ich hatte übrigens nicht die Aufsichtspflicht über diese Übernommen).
Der Bleibzwang dient natürlich einzig und allein dazu, dass möglichst viele Menschen gleichzeitig da sind. Wenn z.B. 2.500 Menschen Eintritt bezahlt haben, werden ohne Bleibzwang natürlich längst nicht alle gleichzeitig da sein. Für den reinen Profit könnte dem Veranstalter das egal sein. Er hat aber im voraus schon damit geworben, dass dies die “größte Abiparty Niedersachsens” werden sollte. Also _musste_ er auch über 2.000 Menschen gleichzeitig auf seinem Gelände haben, damit danach auch eben von der größten Abiparty Niedersachsens geredet wird und viele Bilder von überfüllten Räumlichkeiten existieren, und keine Leerstellen zu sehen sind. Ein solcher Bleibzwang hat auf menschlicher Seite keinerlei Vorteile, sondern nur auf PR- und damit auf Profit-Ebene.
Über den Einlass an sich gab es viele Beschwerden. Es musste Teilweise bis zu einer Stunde auf den eigenen Einlass gewartet werden. Um den Menschenandrang vor dem Gelände in schöne Reihen zu bekommen wurde einfach mal der Einlass komplett gesperrt, bis sich schöne Reihen gebildet haben, die für die Security leichter zu Überblicken war. Wer die “größte Abiparty Niedersachsens” in Springe veranstalten möchte, der muss aber auch dafür sorgen, dass solche Engpässe beim Einlass eben nicht entstehen oder wenigstens mit solchen Engpässen vernünftig umgehen können. Wer auch immer hier dafür zuständig war, hat versagt.
Groove Coverage, mit denen im Vorfeld recht stark geworben wurde, bestanden hier nur aus Markus Schaffarzyk a.k.a. DJ Novu, der mich mit einigen gröberen Mixingfehlern enttäuscht hat. Diese waren zwar nicht so schlimm, wie die von dem DJ, der die “Aufwärmphase” lang aufgelegt hat (auf seinem tollen MacBook mit dem Apfel, der genau in der Mitte der Bühne weiß leuchtete), aber trotzdem sollte einem Profi sowas nicht passieren.
Die Getränkepreise hielten sich in Grenzen mit 2€ für Cola, was anderes habe ich an dem Abend ja ohnehin nicht getrunken.
Alles in Allem werde ich mich bei allen Abipartys im nächsten Schuljahr zuerst mit dem Veranstalter und den Sonderregeln vertraut machen und dann entscheiden, bevor ich überhaupt in erwägung ziehe, hin zu gehen. Wenn ich für eine Disko (auch für eine Dorfdisko wie diese hier) Eintritt bezahle, gehe ich nicht davon aus, dass ich erneut eintritt Zahlen muss, wenn ich das Gelände verlasse. Ich gehe davon aus, dass der Eintritt für diesen Abend gilt. Anderenfalls ist ein Hinweis auf den Bleibzwang erforderlich.