Ok, ich muss ein paar meiner Aussagen teilweise revidieren: Ich habe mir gerade durchgelesen, was dieses Aktionsbündnis (in einem offenen Brief) fordert.
Klar ist zunächst:
Spiele
Wir wollen, dass Killerspiele verboten werden. Spiele, ob über Internet oder auf dem PC, die zum Ziel haben, möglichst viele Menschen umzubringen, gehören verboten. Gleiches gilt für alle gewaltverherrlichenden Spiele, deren Aufbau und Darstellung sehr realistisch sind und bei denen viel Blut fließt.
Erinnert mich ein wenig an:
Spiele, in denen es nur um Gewalt geht. Spiele in denen man Rentner gnadenlos zu schande schlägt. [...] Spiele, in denen das Blut nur so durch die Gegend spritzt. Um ihnen zu demonstrieren, wie brutal die aktuellen sehr realistischen Spiele sind, haben wir für Sie ein Video vorbereitet.
(Wer es nicht kennt: hier, bei dem Flash dann auf “Überspringen” klicken um die bösen fluchenden Menschen nicht anhören zu müssen und dann noch den USK-Mann abwarten, danach kommts.. aber es lohnt sich, für die dies noch nicht kennen!)
Fernsehen
Wir wollen weniger Gewalt im Fernsehen. [...]
Eine „Gewaltquote“, der Anteil von Sendungen mit Gewalt in Relation zur Gesamtsendezeit pro Sender, sollte eingeführt werden.
Aha. Zählt dann eine Sendung, in der einmal jemand ne Faust ins Gesicht bekommt, als Gewalt, oder nur der Schlag (0,001s) oder wie stellen die sich das vor? In meinen Augen kann die Brutalität einer Sendung nicht objektiv bewertet werden. Und wenn da dann wieder ein Gremium für her muss, was das ganze subjektiv tun soll.. dafür haben wir die FSK, die bewerten schon subjektiv genug und der Sinn wäre der gleiche.
Die Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche
fernsehen, sollten generell gewaltfrei sein.
Aha. Wer sagt denn, wann Jugendliche mal nicht fernsehen? Gehen wir davon aus, dass der durchschnittliche Jugendliche um 22:15 Uhr ins Bett geht und vorher fernsieht. Um 20:15 dürften dann also nur noch höchstens FSK 6 Filme laufen? (btw: Die Zeichentrickfilme, in denen Dagobert Duck den bösen Panzerknackern auf die Schnauze haut, sind FSK 6. Vielleicht schon zu viel der Gewalt? Dann also eher FSK 0.) Das würde bedeuten: Kein James Bond mehr zu einer halbwegs annehmbaren Zeit. Kein Star Wars und schon gar keine Neuinterpretation von “Romeo und Julia” verfilmt! Ehrlich.. wollen die Mitglieder dieses Aktionsbündnisses das wirklich?
Chatrooms und Foren
Wir wollen mehr Jugendschutz im Internet. In der virtuellen Welt werden heute anonym und gefahrlos Gedankengänge artikuliert und diskutiert, die eine Bedrohung für unsere Gesellschaft darstellen. Wie diese Aktivitäten eingedämmt werden können, wissen wir nicht. [...]
Geht doch ganz einfach: Chatrooms und Foren verbieten! Ach, diese Forderung ist überzogen? Dann überlegt euch das mit den Forderungen zu Computerspielen und Fernsehen lieber nochmal.
Und letztendlich:
Schusswaffen und Sport
Wir wollen, dass der Zugang junger Menschen zu Waffen eingeschränkt wird. Die derzeitige gesetzliche Regelung ermöglicht die Ausbildung an einer großkalibrigen Pistole bereits ab dem 14. Lebensjahr. [...] Grundsätzlich muss die Frage erlaubt sein, ob der Schießsport nicht gänzlich auf großkalibrige Waffen verzichten kann. [...]
Man beachte das Wort “großkalibrig”. Hier wollte man den Schützen offenbar dann doch nicht zu nahe treten. Glauben die wirklich, Amokläufe würden seltener oder weniger blutig ablaufen, nur weil der Schütze eine kleinkalibrige Waffe in der Hand hält? Meinen die im Ernst, dass man mit Kleinkalibern keine Menschen töten kann? Was ist das denn für eine unglaublich dumme Forderung. Schätze, jemand von den Verfassern ist selbst Mitglied im Schützenverein, anders kann ich mir das nicht erklären.
Eine Quellenangabe bin ich euch auch noch Schuldig: hier. Gute Nacht!